Allgemeines zur Motocross-Fotografie

Bei meinen Fotografie-Aktionen im Bereich Motocross habe ich verschiedene Erkenntnisse gewonnen, welche ich an dieser Stelle teilen möchte… Vielleicht hilft diese Seite Neueinsteigern, schneller gute Bilder zu schiessen – oder ein Profi hinterlässt mir eine Nachricht unten und gibt mir noch Verbesserungsvorschläge?! Feedback ist jederzeit willkommen!
(Wenn Ihr auf die Bilder klickt, öffnet sich die Slideshow um die Beispiele dann auch durchklicken zu können.)

1. Hochformat oder Querformat?

Im Verlauf meiner bald 1-jährigen, intensiven “Fotografiererei” habe ich für mich wohl das Querformat entdeckt – und das scheinbar auch beim Motocross… Wenn ich meine Lieblingsbilder der Vergangenheit angucke, handelt es sich bis dato ausnahmslos um Querformat-Bilder… Dies ist aber sicher subjektiv und deshalb werden auch nicht alle mit mir einig gehen… ;-)

Beispiele:

Hochformat - 1  Querformat 1  002-hochformat  002-1-querformat

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2. Sprung – mit Boden oder ohne Boden?

Die nächste Frage die sich bei mir gestellt hat, bezieht sich auf die Bildgestaltung… Soll der Boden bei einem Sprung sichtbar sein oder nicht? Auch hier gibts sicher unterschliedliche Meinungen… Ich finde, dass die Sprünge ohne sichtbaren Boden spektakulärer wirken, als diejenigen, wo der Boden sichtbar ist… Ich zoome lieber möglichst detailliert den Fahrer ran, anstelle von “Platz” wegen dem Boden zu verlieren… Dies hat aber sicher auch mit meiner Vorliebe fürs Querformat zu tun… Bei Hochformat kriegt man den Boden natürlich problemloser aufs Bild… Beispielbilder zu diesem Thema habe ich nur im Hochformat – im Querformat habe ich das noch nicht… (Ich werde beim nächsten Motocross entsprechende Bilder schiessen.) Es handelt sich untenstehend um das selbe Bild – einmal mit sichtbarem Boden – einmal ohne…

Beispiele:

Mit Boden...  Ohne Boden...

 

 

 

3. Mitziehen

Definitiv gibt das mitunter die coolsten Bilder – ist aber defintiv nicht einfach zu bewerkstelligen! Beim Motocross in Frauenfeld im April 2011 habe ich wohl Regel 1 kennengelernt:

Welchsle nie (in einer so staubigen Umgebung) das Objektiv!

Wo liegt jetzt das Problem? Ganz einfach: Ich nenne leider kein Nikon 70-200 Objektiv mein eigen – sondern “nur” ein hervorragendes 70-200er von Sigma… Im Gegensatz zum Objektiv von Nikon ist dieses aber nicht mit einem Bildstabilisator ausgestattet! Das bedeutet, dass maximal mit 1/200 Sekunde, besser 1/300 Sekunde, belichtet werden darf… Wenn man nun coole mit 1/60 oder 1/70 Sekunde “Mitzieh-Bilder” machen will, geht das FAST nicht… Wie löst man das Problem? Ganz einfach: Improvisieren! Man streicht sich die Mitzieh-Bilder von einem Sprung von der Liste und wechselt an eine der schnellsten Stellen der Strecke… Dort kann man dann problemlos auch Mitzieh-Bilder machen – aber einfach mit z.B. 1/800 Sekunde oder kürzer… Ist natürlich keine super Lösung – aber immerhin kommt man mit etwas nach Hause… (Mitziehen bei einem Sprung geht auch mit z.B. 1/400 Sekunde – aber das Ergebnis finde ich persönlich nicht so lässig…)

Beispiele:

1/60 Sekunde1/400 Sek1/1'250 Sekunde

 

 

4. “Bewegungsunschärfe”

Schärfe – es geht nichts über Schärfe! Das ist defintiv einer meiner Grundsätze… Natürlich gibts da und dort auch mal ausnahmen und ich lasse ein “unscharfes” Bild durchgehen, weil es halt sonst irgendwie speziell ist… Mit heutigen Kameras ist es easy, scharfe Bilder zu machen: 1/1’000 Sekunde oder weniger einstellen und ab gehts… Das Problem ist einfach, dass irgendwann dann einfach jede Bewegung im Bild eingefroren ist! Die Pneu-Profile sind gestochen scharf, die Speichen etc. etc. und das ganze wirkt, wie wenn man einfach noch irgendwo ein paar Drahtseile wegretouchiert hätte… Was jetzt also machen, wenn man nicht geübt genug ist, mit z.B. 1/640 Sekunde ein scharfes Bild hinzukriegen? Ganz einfach: Lightroom!

Das Bild in Lightroom öffnen, Korrekturpinsel anwerfen, Schärfe und Klarheit reduzieren, über die gewünschten Stellen streichen und gut ist… ;-)
(Ihr könnt meine Bilder gerne untersuchen: Solche Bilder habe ich nicht publiziert – ausgenommen das folgende Beispiel…)

Beispiel:

OriginalbildCrop auf RadRad unscharf gemachtNeues Originalbild! ;-)

 

5. Position

Natürlich sind alle möglichen Positionen zum fotografieren denkbar! Grundsätzlich gilt, dass die Bilder besser aussehen, wenn Sie von weiter unten geschossen werden… Ich versuche auch immer, mir einen Punkt zu suchen, wo ich Detailaufnahmen machen kann – und auch mindestens einmal einen Standort, wo ich möglichst gerade aus aufs Ziel “schiessen” kann… “Lässig” finde ich auch, wenn man von den Protagonisten dann sogar noch eines Blickes gewürdigt wird… :-) Auf der anderen Seite stört mich aber, wenn dann z.B. Kabel, Abschrankungen etc. sich störend im Bild bemerkbar machen…

Beispiele:

011-position012-position013-position0100-gesehen0101-gesehen

 

 

 6. Gefahr!

Ja, es gibt auch Gefahren – und diese sollten nicht unterschätzt werden! Euer Kamera-Equipment ist nicht unzerstörbar (mindestens meines nicht) – und Eure Gesundheit auch nicht! Die Veranstalter geben Regeln vor, die zwingend beachten werden müssen. Es ist wohl defintiv nicht in unserem Sinne, dass der Zugang zur Strecke für Fotografen eingeschränkt wird, nur weil sich ein paar “Spezialisten” nicht an die Regeln halten können! Also daher: Ehrensache den Anweisungen der Veranstalter zu folgen!

Beim Motocross gibts zusätzlich noch die Gefahr, ordentlich Schmutz, Dreck und gar Steine an den Kopf und das Equipment geschossen zu bekommen… Ganz verhindern lässt sich das nicht – aber nach 2-3 Einsätzen seht Ihr dann schon, wo es besser ist zu stehen – oder eben auch nicht! ;-)

Mit dem richtigen Platz – und einem anständigen Tele lassen sich dann super “Dirt-Bilder” schiessen, ohne selbst etwas abbekommen zu haben!

Beispiele:

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