Allgemeines zur Fussball-Fotografie

Im Gegensatz zum Baskettball kenne ich mich beim Fussball doch ziemlich gut aus – habe ich in meinen jungen Jahren doch selbst diesen Sport ausgeübt. OK, ich war nur Torhüter – aber dafür hatte ich um so mehr Zeit, den Ablauf dieser Sportart zu studieren… ;-) Wie schon anderen Orts geschrieben, hilft es ungemein, den Sport zu kennen und zu verstehen, den man fotografieren will… Wenn man ahnen tut, wo sich der Ball hinbewegen wird, welche Spieler als nächstes ins geschehen eingebunden werden könnten, etc macht es viel einfacher, die Kamera entsprechend auszurichten und auch gute Bilder zu schiessen!

Beachten sollte man, dass sich die Lichtverhältnisse während dem Spiel ändern können, dauert das ganze ja doch mindestens 105 Minuten…

Einstellungen

  • Modus “S” (Shutter-Priority)
  • Belichtung mindestens 1/500 Sekunde oder auch deutlich kürzer (1/800 oder 1/1000 sek). Mit 1/500 sek hat man gute Chancen, dass die Spieler zwar eingefroren sind – der Ball aber etwas Bewegungsunschärfe aufweist und so Dynamik ins Bild bringt
  • ISO so angepasst, dass ungefähr Blende f/4 rauskommt. Handelt es sich um ein “Portrait” eines einzlnen Spielers (und nicht eine Spiel-Siutuation) kann man auch mit der Blende auch bis f/2.8 öffnen…
  • Meistens gefallen mir die Bilder, welche ich im Querformat aufgenommen habe, besser als hochformatige…

 

Ausrüstung

  • DSLR – ob Vollformat oder Crop-Kamera ist nicht sooo entscheidend, solange die Serienbild-Geschwindigkeit und der Puffer der Kamera stimmt
  • 24-70mm/f2.8 und ein 70-200mm/f2.8 sind gute Startpunkte beim Amateur-Fussball: Hier kommt man meistens nahe an Spielgeschehen heran und muss sich nicht mit z.B. einem 200-400mm Objektiv behelfen

 

Positionen

  • Ich “arbeite” mich meistens pro Halbzeit einmal der Länge des Spielfeldes durch, weil ich ja von allen Akteuren ein Bild “meiner” Mannschaft haben will
  • Ich starte immer etwa 10-15m vom Torpfosten entfernt, dann etwa 10-15m von der Eckfahne entfernt, etc. siehe nachfolgendes Bild. Welcher Seite ich entlang gehe, mache ich jeweils vom aktuellen Sonnenstand und Sonnen-Verlauf abhängig
  • Natürlich gehe ich in der zweiten Halbzeit der selben Seitenlinie entlang – sonst kriege ich ja unter Umständen nicht alle Akteure aufs Bild! ;-)

Beispiel-Bilder

(Geschossen mit einer D7000)

 

1/800 sek ; f/4.5 ; ISO800

 

1/1000 sek ; f/9 ; ISO 1250

 

1/400 sek ; f/7.1 ; ISO 200

 

Warum es übrigens echt nervt, wenn man eine zu kleine Serienbild-Geschwindigkeit hat oder der Puffer der Kamera zu klein ist, habe ich hier beschrieben gehabt:
http://www.fotowahn.ch/2011/09/22/warum-eine-nikon-d3s-manchmal-eben-doch-besser-ware-als-eine-nikon-d7000/

 

Es gibt übrigens auch Gründe, warum man auch als Amateur-Fotograf immer mit 2 Bodies (Kameras) auf Fototour gehen sollte:
Die Chance steigt nämlich, dass man das richtige Objektiv gleich griffbereit hat – und nicht z.B. bei einer “Fight-Szene”  direkt vor der Kamera sich mit dem 70-200er abärgern muss:

Das Bild ist unbeschnitten - weiter rauszoomen konnte ich leider eben nicht mehr...

1/800 sek ; f/11 ; ISO 800