Allgemeines zur Flugzeug-Fotografie

Wenn ich an einer Flugzeug-Show fotografiere, passe ich meine Einstellungen jeweils auf das gerade fliegende Objekt an. Der Grund ist sehr einfach:
Bei Fluggeräten mit “Bewege-Teilen” beispielsweise, sollen die Propeller und/oder Rotoren eine gewisse Unschärfe haben, um die Dynamik beizubehalten! Man soll ja nicht das Gefühl haben, dass man das “Teil” einfach mit einem Kran in die Luft gehoben hat und so abfotografiert wurde, oder?! ;-)

Mit folgenden Einstellungen habe ich keine schlechte Erfahrung gemacht:

Propeller-Flugzeuge

  • Modus “S” (Shutter-Priority)
  • 1/160 – 1/250 Sekunde
  • ISO so angepasst, dass ungefähr Blende f/5.6 rauskommt
  • Unterbelichten ungefähr mit -1 bis -1.5 –> Damit der blaue Himmel auch blau wird auf dem Foto

Jets

  • Modus “A” (Aperture-Priority)
  • Blende f/5.6
  • ISO so angepasst, dass die Belichtungszeit nicht länger als 1/400 – 1/640 Sekunde wird (bei High-Speed Shows noch kürzer)
  • Unterbelichten ungefähr mit -1 bis -1.5 –> Damit der blaue Himmel auch blau wird auf dem Foto

Helikopter

  • Modus “S” (Shutter-Priority)
  • 1/80 – 1/125 Sekunde
  • ISO so angepasst, dass ungefähr Blende f/5.6 rauskommt
  • Unterbelichten ungefähr mit -1 bis -1.5 –> Damit der blaue Himmel auch blau wird auf dem Foto

Ausrüstung

Ideal wäre aus meiner Sicht eine Vollformat-Kamera mit einem schnellen 200-400 mm Objektiv (Preis > CHF 6’000)…
Wer kein solches Objektiv besitzt, ist vielleicht mit einer Crop-Kamera (mit “kleinem” Sensor” vielleicht fast besser bedient. Ich denke, meine D7000 hat sich mit einem 70-200mm / f2.8 Objektiv nicht schlecht bewährt… Der Auto-Fokus der Kamera ist sehr schnell und die ISO-Leistung so gut, dass auch kurze Belichtungszeiten möglich sind – und eben, dank dem Crop macht die Kamera aus einem 70-200 Vollformat-Objektiv dann ein 105-300er…

Wichtig: Auf keinen Fall sollte man einen Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme vergesessen… Im Eifer des Gefechts bemerkt man gar nicht, wie einem den ganzen Tag die Sonne auf den Kopf brennt – und drinkt dann allenfalls auch noch zuwenig… Dies wäre dann die ideale Ausgangslage, um Abends mit einem Sonnenstich Zuhause rumzuliegen  - anstelle von den Fotos nachzubearbeiten und ins Web zu stellen! ;-)

Vorbereitung

Idealerweise, organisiert man sich schon VOR der Reise zur Show alle nötigen Informationen wie:

  • Anreise-Weg und Zeit
  • Flug-Programm
  • allfällige Austellungen
  • Situationsplan

So kann man sich schon am Vorabend in aller Ruhe einen Tagesplan zusammenstellen und dann ganz gelassen zur Show reisen und genau die Bilder machen, die man haben will…!! Chaotische Anreisen und Vorbereitungen resultieren (meistens) NICHT in den besten Bildern – und eigentlich ist es ja Schade, seine Freizeit und Geld unnötig zu verlauern und Abends frustriert nach Hause zu reisen, oder?!

Beispiel:

Hier sieht man sehr schön, wie das Bild mit 1/320sek bei weitem nicht so dynamisch aussieht, wie dasjenige, welches mit 1/80 sek aufgenommen wurde… (Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt…)

1/320 sek.

1/320 sek.

Aufgenommen mit 1/80 sek.

1/80 sek.